KVTIKomp - Netzwerkmetaanalyse zur Untersuchung der Komponenten der kognitiven Verhaltenstherapie für Insomnie
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Klinische Leitlinien empfehlen die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) als Therapie der Wahl für Insomnien, da in Bezug auf die Effektivität der Behandlung sehr überzeugende Evidenz vorliegt. Die KVT-I ist eine psychotherapeutische Behandlung, die mehrere so genannte Behandlungskomponenten umfasst: Psychoedukation, Schlafrestriktion, Stimuluskontrolle, Entspannungsverfahren und kognitive Therapie. Die relative Effektivität dieser einzelnen Behandlungskomponenten wurde jedoch bislang nicht meta-analytisch untersucht. Für die gegenwärtige Meta-Analyse wurde in PubMed, MEDLINE, PsycINFO, PsycARTICLES und CINAHL eine Literaturrecherche durchgeführt, wobei Suchbegriffe verwendet wurden, die sich auf die Themen Insomnie und KVT-I beziehen. Darauf basierend wurden Effektstärken (Cohen’s d) für den Vergleich von Baseline- und Post-Treatment-Werten mittels einer Komponenten-Netzwerk-Meta-Analyse berechnet. 80 Studien mit 15.351 Studienteilnehmer:innen (mittleres Alter: 44,9 Jahre, 70,1% Frauen) wurden in die Meta Analyse eingeschlossen. Für den primären Outcome, den Schweregrad der Insomnie, zeigten sich signifikante positive Effekte für die Schlafrestriktion (d = -,45; 95% Konfidenzintervall: [-,63; -,26]) und die kognitive Therapie (d = -,28; 95% Konfidenzintervall: [-,48; -,09]). Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass die Schlafrestriktion die subjektive Schlafkontinuität und Schlafqualität verbessert und die Stimuluskontrolle die subjektive und objektiv gemessene Schlafdauer verbessert. Hingegen zeigten sich keine signifikanten Effekte für Psychoedukation und Entspannungsverfahren, und keine weiteren positiven Effekte für objektive Schlafparameter als Outcomes. Die am häufigsten beobachteten Quellen für ein erhöhtes Risiko für Bias in den Originalstudien waren der Verzicht auf Verblindung, fehlende Outcome-Daten und das Fehlen von Studienprotokollen. Die Ergebnisse dieser Komponenten Netzwerk-Meta-Analyse legen nahe, dass es sich bei der Schlafrestriktion, der Stimuluskontrolle und der kognitiven Therapie um die effektivsten Komponenten der KVT-I handelt.
