KI-gestützte Erfassung und Wirkungsanalyse des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Date
Volume
Issue
Journal
Series Titel
Book Title
Publisher
Link to publishers version
Abstract
KIWI („KI-gestützte Erfassung und Wirkungsanalyse des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“) hatte das Ziel, Wissen- und Technologietransfer zwischen Hochschulen und Unternehmen breiter, zeitnäher und vergleichbarer messbar zu machen. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass klassische Monitoring-Ansätze Transfer häufig auf wenige gut verfügbare Indikatoren verengen und dadurch wesentliche Transferformen – insbesondere Kommunikations- und Interaktionsformen sowie intermediäre Aktivitäten – nur unvollständig abbilden. KIWI knüpfte deshalb an den aktuellen wissenschaftlich-technischen Stand der webbasierten Datenerhebung und KI-gestützten Textanalyse an und kombinierte Webdaten mit Befragungs- und Kontextdaten, um Transferindikatoren systematisch zu entwickeln und empirisch auswertbar zu machen.
Das Vorhaben wurde als Verbundprojekt des ZEW Mannheim und Fraunhofer ISI umgesetzt. ISTARI.AI wirkte bei der Analyse des ZEW aus der Perspektive der Unternehmen mit. Die Zusammenarbeit vereinfacht eine zukünftige internationale Skalierbarkeit der entwickelten Indikatoren, insbesondere im Rahmen des Exzellenzclusters TransforM.
Ein klaren Ablauf wurde eingehalten: Zunächst wurden Datengrundlagen aufgebaut und aufbereitet (Befragungsdaten, Webdaten sowie ergänzende Struktur- und Kontextinformationen). Darauf aufbauend wurden webbasierte Indikatoren konzipiert, implementiert und gegen etablierte Referenzinformationen validiert. Anschließend wurden die Indikatoren in empirischen Analysen genutzt, um Transferprofile, Wirkzusammenhänge und Hemmnisse zu untersuchen. Die Ergebnisse wurden sowohl wissenschaftlich publiziert als auch in praxisnahen Formaten aufbereitet und verbreitet.
Die wesentlichen Ergebnisse liegen insbesondere in vier zentralen Arbeiten vor. Zwei Beiträge in Socio-Economic Planning Sciences adressieren die webdatenbasierte Transfermessung aus Hochschul- und Unternehmensperspektive. Der Artikel „Knowledge and technology transfer in German universities: An exploratory study leveraging information from university websites“ (Vol. 102, Article 102333, Dezember 2025) entwickelt ein webbasiertes, multidimensionales Messkonzept für Wissen- und Technologietransfer an deutschen Universitäten, indem transferbezogene Inhalte aus Hochschulwebseiten identifiziert, thematisch strukturiert und zu Transferprofilen verdichtet werden. Der zweite Beitrag in Socio-Economic Planning Sciences „Firms’ disclosure of university ties on their website: An explorative analysis of its role for innovation performance“ (Vol. 104, Article 102387, April 2026) untersucht, wie öffentlich sichtbare Universitätsbezüge auf Unternehmenswebseiten als Kommunikationsstrategie mit dem Innovationserfolg der Unternehmen zusammenhängen. Dabei werden unterschiedliche Arten von von Universitätsbezügen unterschieden und validiert. Ergänzend wurde eine weitere Arbeit zur Hochschulperspektive erarbeitet, die sich im Revise-and-Resubmit-Verfahren bei Science and Public Policy befindet. Sie analysiert Formen des Industrieengagements aus Sicht von Hochschullehrenden und deren Zusammenhang mit wahrgenommenen Spannungsfeldern, insbesondere akademische Freiheit, wobei unterschiedliche Arten des Engagements betrachtet werden. Für die Politik- und Praxisadressierung wurden zentrale Projektergebnisse außerdem im ZEW Policy Brief Nr. 25-02 gebündelt und für innovations- und transferpolitische Stakeholder verständlich aufbereitet. Er verdichtet die Kernaussage, dass Wissenschaftskooperationen besonders bei neuartigen Innovationen relevant sind, und ordnet zentrale Hemmnisse – vor allem Ressourcen-/Förderengpässe sowie administrative Hürden – ein, verbunden mit kurzen Ansatzpunkten zur Entlastung von Kooperationsprozessen.
Neben diesen Kernarbeiten umfasst KIWI weitere Projektergebnisse und Verwertungsformate: ein weiteres ZEW Discussion Paper „Innovation Performance Through Collaborations with Public Research Organizations: Conducting and Signaling Mechanisms“, den Sammelbandbeitrag „KIWI: KI-gestützte Erfassung und Wirkungsanalyse des Wissenstransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft“ im Band „Erfolgreiche Gestaltung von Wissenstransfer an Hochschulen,“ eine Bachelorthesis „Sponsorship, advisory roles and knowledge transfers: How companies overcome barriers in cooperation with scientific institutions,“ sowie mehrere Disseminations- und Dialogformate. Dazu zählen Pressemeldungen, Newsletterbeiträge, Workshopformate, Sonderausgaben in Fachzeitschriften, Vorträge auf Status- und Endtagungen der Förderlinie, diverse Konferenzpräsentationen, sowie Beiträge in etablierten sozialen Online-Plattformen.
Insgesamt bündelt KIWI damit wissenschaftliche und praxisnahe Ergebnisse, die sowohl die Messung von Transferaktivitäten erweitern als auch die Diskussion über geeignete Monitoring-und Politikansätze unterstützen.
