EG2050: LLEC-Verwaltungsbau: Klimaneutraler Verwaltungsbau als aktiver Teil des Living Lab Energy Campus (LLEC)
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Abstract
Ziel des Projekts war der Aufbau eines Niedertemperaturnetzes (NT-Netz) und die Realisierung eines klimaneutralen Verwaltungsbaus als übertragbares Modell für die nachhaltige Transformation großer Liegenschaften am Campus des Forschungszentrums Jülich. Im Fokus standen die Dekarbonisierung bestehender Wärmeinfrastrukturen, die Integration erneuerbarer Energien und die Einbindung von Gebäuden als flexible Elemente eines übergeordneten Energiesystems. Der Neubau dient als Demonstrator für die Kopplung von Gebäude- und Netzebene.
Kern ist ein separates NT-Netz („kaltes Nahwärmenetz“), das aus Teilen des Fernwärmenetzes hervorgeht. Abgesenkte Temperaturen ermöglichen die effiziente Nutzung der Abwärme eines wassergekühlten Großrechners und reduzieren Verteilverluste. Netzabschnitte wurden hydraulisch analysiert und dynamisch simuliert, um Weiterverwendung und Anpassungsbedarf zu bewerten. Ergänzend erfolgten die optimierte Dimensionierung der Wärmepumpen sowie Untersuchungen zur Versorgungssicherheit.
Der Verwaltungsbau wurde integrativ geplant. Ein Simulationsmodell unterstützte die Auslegung von Gebäudehülle, Technik und Regelung. Photovoltaik, Abwärmenutzung und intelligente Verschattung senken den Primärenergiebedarf und sichern Komfort. Als Demand-Response-Demonstrator kann das Gebäude Lasten flexibel verschieben. Eine cloudbasierte Plattform vernetzt alle Systeme und ermöglicht modellprädiktive Betriebsführung. Monitoring von Energieflüssen und Raumklima erlaubt die kontinuierliche Bewertung der Performance. Insgesamt zeigt das Projekt, wie durch NT-Netz, klimaneutrales Gebäude und digitale Optimierung ein integriertes, flexibles Energiesystem umgesetzt werden kann.
