Endocannabinoid-System und Autismus : Neurobiologische Grundlagen, klinische Relevanz und gesellschaftliche Perspektiven
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Das Endocannabinoid-System (ECS) ist ein komplexes neuromodulatorisches Netzwerk, das zentrale Funktionen in der Regulation von Homöostase, Stressverarbeitung, neuronaler Plastizität und sozialem Verhalten übernimmt. In den letzten Jahren ist das Interesse an seiner Rolle bei neurodivergenten Entwicklungsverläufen insbesondere bei Autismus Spektrum-Störungen (ASS) deutlich gestiegen. Diese Arbeit bietet einen interdisziplinären Überblick über die neurobiologischen Grundlagen des ECS und beleuchtet dessen potenzielle Relevanz für das Verständnis autistischer Phänomene. Basierend auf tierexperimentellen und klinischen Studien wird eine mögliche Dysregulation des ECS bei autistischen Personen diskutiert, insbesondere im Hinblick auf veränderte Anandamid-Spiegel und CB1-Rezeptoraktivität. Eine aktuelle Metaanalyse weist auf konsistente Abweichungen in peripheren endocannabinoiden Markern hin. Darüber hinauswerden diagnostische und therapeutische Implikationen sowie ethische und gesellschaftliche Fragestellungen im Kontext neurodiversitätssensibler Forschung erörtert. Die Arbeit plädiert für eine partizipative, interdisziplinäre und ethisch reflektierte Weiter Entwicklung des Forschungsfeldes, um das Potenzial des ECS verantwortungsvoll für eine individualisierte und inklusive Versorgung neurodivergenter Menschen zu erschließen.
