ExtraHerb: Topfkräuter nachhaltig verpacken – verbrauchergeleitete Entwicklung und Erprobung neuer Lösungen; Teilprojekt B
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Abstract
Seit den frühen 2000er Jahren hat die weltweite Kunststoffproduktion stetig zugenommen und erreichte 2021 nahezu 400 Millionen Tonnen pro Jahr (PlasticsEurope, 2023). Besonders im Bereich der Lebensmittelverpackungen werden Kunststoffe aufgrund ihrer Haltbarkeit, Kosteneffizienz und funktionalen Vorteile wie Hygiene und Frischhaltung weiterhin intensiv eingesetzt (Marsh 2007, Rundh, 2005). Dennoch tragen Kunststoffverpackungen maßgeblich zu weitreichenden Umwelt- und Klimaproblemen bei und stellen letztlich auch eine potenzielle Bedrohung für die menschliche Gesundheit dar. So verursacht die Kunststoffproduktion etwa 3,4 % der globalen Treibhausgasemissionen (OECD, 2022), während die Recyclingquote mit nur 9 % erschreckend niedrig bleibt.
Obwohl die Verpackung von frischen Küchenkräutern auf den ersten Blick keinen wesentlichen Beitrag zur Kunststoffabfallproblematik zu leisten scheint, spielt sie eine zentrale Rolle im Absatzmarkt. Küchenkräuter zählen zu den beliebtesten Gemüsesorten in Deutschland und erzielen einen geschätzten Jahresumsatz von 120 Millionen Euro (AMI, 2020). Die steigende Nachfrage nach frischen Kräutern und der Wunsch nach nachhaltigen Verpackungslösungen stellen die Lebensmittelbranche jedoch vor große Herausforderungen. Besonders Topfkräuter wie Basilikum sind empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen, was innovative Verpackungskonzepte erforderlich macht. Diese müssen nicht nur die Qualität und Haltbarkeit der Pflanzen sicherstellen, sondern auch den ökologischen Fußabdruck minimieren.
Das Projekt ExtraHerb verfolgt das Ziel innovative Verpackungen für Topfkräuter zu etablieren, die sowohl ökologische, funktionale als auch pflanzenphysiologische Anforderungen erfüllen und den Einsatz konventioneller Kunststoffverpackungen signifikant reduzieren. Verpackung umfasst hierbei alle Verpackungskomponenten sowohl die direkte Produktverpackung wie Topf und Tüte als auch Um-, Transport- und Serviceverpackungen. Im Mittelpunkt steht dabei die umfassende Analyse der Umweltbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette - von der Produktion über den Transport bis hin zum Endverbraucher. Durch den gezielten Einsatz von Datenloggern und die Untersuchung verschiedener Lieferketten sollen Optimierungspotenziale identifiziert und nachhaltige Lösungen für die Zukunft geschaffen werden, um den Verpackungsabfall zu reduzieren und gleichzeitig die Akzeptanz für nachhaltige Verpackungslösungen bei Verbrauchern zu erhöhen. Lösungen werden unter Berücksichtigung von Zielkonflikten entwickelt und sollen zur Lösung dieser Konflikte beitragen. Auf Basis typischer Handlings- und Verwendungsszenarien sollen optimierte Konzepte für Topfkräuterverpackungen entwickelt und erprobt werden. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit interdisziplinären Forschungspartnern aus den Bereichen Ökonomie und Pflanzenbau sowie Praxispartnern aus Gärtnerei, Verpackungsherstellung und Einzelhandel.
