Demokratische Partizipation Jugendlicher auf dem Lande. Potenziale und Perspektiven des ehrenamtlichen Engagements in Jugendverband und Kommune (DemoParK)
Schlussbericht zum Vorhaben, "Ehrenamtliches Engagement in ländlichen Räumen" im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE)
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Hannover : Technische Informationsbibliothek
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- Kinder- und Jugendpartizipation (KJP) in der Kommune soll auf der politischen Ebene mehr Jugendgerechtigkeit gerade im ländlichen Raum ermöglichen. Daneben wird KJP die Aufgabe zugesprochen, Demokratiebildung umzusetzen und so das Ideal einer inklusiven Gesellschaft in Keimform zu realisieren. 2. Partizipation ist jedoch ein sehr unbestimmter Begriff, der zwischen Scheinpartizipation und demokratischer Partizipation divergieren kann. Theorien der partizipativen Demokratie und der Demokratiebildung legen die Annahme nahe, dass insbesondere deliberativ-demokratisch strukturierte Bildungsinstitutionen einen Beitrag zu mehr Jugendgerechtigkeit und inklusiver Demokratiebildung zu leisten vermögen, weil sie versprechen, dass Kinder und Jugendliche garantiert an Entscheidungen beteiligt werden, von denen sie betroffen sind. 3. Das Projekt DemoParK hat daher unter Anwendung einer partizipativen Forschungsmethode erforscht, wie kommunale KJP in ländlichen Kommunen umgesetzt wird und ob diese Praxis deliberativen Demokratieverständnissen entspricht. Die Untersuchung fand in zwei deutschen Bundesländern und jeweils zwei Kreisen mit unterschiedlicher Ländlichkeitstypologie statt. In jedem Kreis wurden vom Anspruch her ehrenamtlich aktive Mitglieder von Jugendgruppen der Jugendfeuerwehr, des Sportvereins und der Landjugend sowie Mitglieder eines Jugendparlaments und eines Jugendhilfeausschusses befragt und durch Methoden der Validierung und des Wissenstransfers miteinander ins Gespräch gebracht. 4. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass die befragten Kinder und Jugendlichen im Rahmen der Selbstverwaltung Erfahrung mit formellen Partizipationsweisen analog der repräsentativen Demokratie machen. Ihr Alltag ist jedoch von non-formellen Partizipationsformen geprägt, die zwar durchaus sehr dialogisch, aber nicht garantiert demokratisch sind, weil eine Kodifizierung von Rechten, Gremien und Verfahren fehlt. Darüber hinaus sind Kinder und Jugendliche in Jugendverband, Jugendparlament und Kommune häufig mit expertinnen-demokratischem Handeln konfrontiert, d.h. Erwachsene übernehmen die Verantwortung für Entscheidungen. 5. Für mehr Jugendgerechtigkeit und Demokratiebildung müssen expertinnendemokratische Strukturen in Jugendverband und Kommune ersetzt werden durch Strukturen, die so kodifiziert sind, dass Kinder und Jugendliche demokratisch partizipieren können. Die bereits vorhandenen repräsentativen Formen der Selbstverwaltung in Jugendverband und Jugendparlament sollten im Hinblick auf Möglichkeiten der deliberativ-demokratischen Partizipation im Alltag weiterentwickelt werden. Um dafür eine gemeinsame Partizipationskultur in der jeweiligen Kommune zu entwerfen, sind Gespräche mit allen Beteiligten notwendig.
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