Projekt "Gender-Egalitäre Interaktionen Online"
Sachbericht zum Verwendungsnachweis
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Abstract
Vor der Covid Pandemie gab es kaum empirische Forschung zur Nutzung von Videokonferenzen in Organisationen, vor allem mit Bezug zu Gender und Intersektionalität. Die wenige existierende Literatur ließ darauf schließen, dass Frauen generell zufriedener mit der Nutzung von Videokonferenzen waren als Männer (Lowden & Hostetter, 2012), und bestätigte ansonsten die Forschungsergebnisse zu Gender und Kommunikation, sprich dass sich sowohl Männer als auch Frauen bei weiblichen Gesprächspartnerinnen dominanter und überzeugender fühlten als bei männlichen, und dass Frauen in Gruppengesprächen weniger sprachen und auch öfter unterbrochen wurden (Teoh et al, 2011). Stokoe (2004) führten auf, das dies mit den generellen Genderdynamiken zusammenhing, und dass Gesprächsführung besser durch eine intersektionale Linse betrachtet werden sollte, unter Einbezug von gesellschaftlichen Dimensionen wie Gender, Generation/Alter, Klasse/SÖS, Ethnizität, etc. Die Zunahme an digitaler Kommunikation auch dazu geführt, dass es nun mehr Möglichkeiten zur digitalen Belästi-gung gibt (Ling). Während Provider an technischen Lösungen für dieses wachsende Problem arbeiten, wurde es zunehmend klar, dass Unternehmen sehr schlecht darauf vorbereitet waren; es fehlt am grundsätzlichen Verständnis, Training und Leitlinien zum Thema online Belästigung (Akiwono, 2020), und vor allem auch an guter, empirischer Evidenz, die zu Lösungsfindung beitragen könnte (Gil-Juarez et al, 2018). All dies geschieht vor einem Hintergrund von normalisierten, routinemäßigen und subtilen genderbezogenen Machtverhältnissen, welche, wie umfangreich belegt ist (Lazard, 2020) in Unternehmen sowie Gesellschaften zu Gender-Ungleichheiten, Belästigung und Gewalt führen kann. Das psychologische Forschungsprojekt ‚Gender Equitable Interactions Online‘ (GEiO) hatte das Ziel, die Lücken in dieser Forschung zu schließen, und mittels eines innovativen multi-methodischen Ansatzes zu erforschen, wie sich genderspezifisch und intersektionell geprägte Machtverhältnisse in Arbeitsbeziehungen, und spezifisch in Videokonferenzen, manifestieren. Ein zentrales Forschungsziel war somit neue, transnationale, wissenschaftliche Erkenntnisse darüber herauszuarbeiten, wie digitale Videokonferenz-Technologien genutzt werden können, um Gendergleichstellung am Arbeitsplatz zu fördern, bzw. wie sie derzeit bewusst und unbe- wusst dazu führen können diese auch zu verhindern.
