Potenzialermittlung von Laserscanner-Aufnahmen für die Zustandsüberwachung der Schieneninfrastruktur und Umgebung
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Abstract
Ziel dieser Untersuchung ist, terrestrisches Laserscanning (TLS) und unbemanntes Laserscanning
(ULS) auf ihre Einsatzpotenziale im Gleisumfeld zu untersuchen. Hierbei stehen die drei Anwen
dungsbereiche Monitoring von gravitativen Massenbewegungen, Vegetationszustandsüberwachung
mittels Drohnenbefliegung und Monitoring von Bauwerken und Infrastrukturelementen im Fokus.
Es wurden Testmessungen an vier verschiedenen Standorten durchgeführt, um aufzuzeigen, welche
Messgenauigkeiten mit den Methoden erzielt werden können und eine Einschätzung abzugeben, in
wiefern die Methoden für die drei Anwendungsbereiche geeignet sind. Die Messungen wurden je
weils mit einem terrestrischen Laserscanner, dem Laserscanning aus der Luft mithilfe von Drohnen
und einem Tachymeter durchgeführt. Die Punktwolken des TLS und des Laserscannings aus der Luft
wurden miteinander verglichen, während die tachymetrisch gemessenen Passpunkte zur Kontrolle
verwendet werden konnten. Hierfür wurden die Punktwolken zunächst georeferenziert, sofern sie
noch keine Georeferenzierung besaßen. Anschließend wurden sie klassifiziert. So konnten die Bo
den-, Vegetations- und Bauwerkspunkte gesondert untersucht werden.
Es zeigt sich, dass beide Systeme unterschiedliche Vor- und Nachteile aufweisen. Mit seiner höheren
Punktdichte und Genauigkeit eignet sich TLS besonders zum Bauwerks- und Schieneninfrastruktur
monitoring, während sich ULS für großflächige Aufnahmen für Vegetationsanalysen und zur Gelän
deerfassung eignet. Mit Laserscandaten lassen sich bspw. Querprofile entlang der Gleisachse erstel
len, die die in die Rückschnittzone hereinragende Vegetation gut darstellen. Außerdem bietet die
Nutzung der aus den Bodenpunkten erstellten digitalen Geländemodelle (DGM) eine gute Grundlage
zur Beurteilung des Gefahrenpotentials durch gravitative Massenbewegungen. Im Bereich des Bau
werksmonitorings lässt sich festhalten, dass die hochgenauen TLS-Daten klassischen Messverfahren
wie Tachymetrie vorzuziehen sind, da die Bauwerke detailliert und vollständig erfassbar sind. Ent
sprechend der Zielsetzung ist eine Kombination von TLS und ULS sowie die Einbindung weiterer
Informationsquellen ratsam, um fundierte Aussagen zu Gefahrenpotentialen durch Vegetation oder
gravitative Massenbewegungen treffen zu können. Auch für das Bauwerksmonitoring ist eine Kom
bination beider Messmethoden sinnvoll: zunächst kann mit ULS das gesamte Bauwerk erfasst und
z. B. als Bauwerksdatenmodell (building information model(ling), BIM) modelliert werden und im
Anschluss können mit TLS von einzelnen Bereichen, an denen z. B. Schäden entdeckt wurden, De
tailaufnahmen gemacht werden. Da sich die Laserscantechnologie und die damit verbundenen Ver
arbeitungs- und Analysealgorithmen stetig weiterentwickeln, werden sie zukünftig immer mehr zur
Zustandsüberwachung von Schieneninfrastruktur und ihrer Umgebung beitragen.
