Reaktivierung von Bahnstrecken in Grenzregionen : Faktoren zur Stärkung des Schienenpersonenverkehrs in Grenzregionen
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Abstract
Die vorliegende Studie untersucht die Reaktivierung von Bahnstrecken in Grenzregionen unter Anwendung eines Mehrebenenansatzes und methodischer Triangulation verschiedener empirischer Daten- und Informationsquellen. Die Untersuchung kombiniert Sekundärdatenanalysen, qualitative Interviews, Fokusgruppen und quantitative Befragungen, um einen umfassenden Einblick in die Thematik zu ermöglichen. Die Ergebnisse bieten erstmals einen methodischen und inhaltlichen Überblick über die Reaktivierung grenzüberschreitender Bahnstrecken und berücksichtigen die Perspektiven von politischen Entscheidungsträgern, Verwaltung, Verkehrsunternehmen, zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie Nutzenden des Schienenverkehrs. Die Studie zeigt, dass das vorhandene öffentliche Verkehrsnetz die Bedarfe derzeit nicht hinreichend erfüllt. Es besteht daher Handlungsbedarf, den grenzüberschreitenden Schienenpersonennahverkehr qualitativ und quantitativ auszubauen, um die Verkehrsnachfrage zu bewältigen und negativen Auswirkungen wie Staus und Umweltbelastungen entgegenzuwirken. Die Analyse identifiziert auch Barrieren wie infrastrukturelle Engpässe, politische Blockaden und fehlende Datenstandards, die die Reaktivierung von Bahnstrecken erschweren. Trotz vorhandener Bemühungen politischer und zivilgesellschaftlicher Akteurinnen und Akteure bleiben viele Reaktivierungsbestrebungen im Machbarkeitsstadium stecken. Es mangelt an einem grenzüberschreitenden strukturpolitischen Rahmen und an institutionalisierten Entscheidungs strukturen auf regionaler Ebene. Die Studie schlägt vor, die Handlungsoptionen der Grenzregionen zu stärken und die bürgerschaftliche Mitwirkung zu fördern, um pragmatische Lösungen für die Reaktivierung von Bahnstrecken zu entwickeln. Die Studie hebt hervor, dass die Reaktivierung grenzüberschreitender Schienenverbindungen einen Beitrag zur nachhaltigen Integration der Grenzregionen und zur Stärkung der regionalen Identität leisten kann. Sie identifiziert Ansatzpunkte für weiterführende Untersuchungen, darunter die Standardisierung von Daten, die Weiterentwicklung von Governance-Modellen und die Fortführung räumlich eingegrenzter Fallstudien. Datei-Upload durch TIB
The present study examines the reactivation of railway lines in border regions using a multi-level approach and methodological triangulation of various empirical data and information sources. The research combines secondary data analysis, qualitative interviews, focus groups, and quantitative surveys to provide a comprehensive insight into the topic. The results offer a methodological and substantive overview of reactivating cross-border railway lines for the first time, considering the perspectives of political decision-makers, administration, transport companies, civil society organizations, as well as users and non-users of rail transport. The study shows that the existing public transport network does not meet the requirements. There is a need to expand cross-border regional rail passenger transport qualitatively and quantitatively to cope with the growing demand for transportation and to counteract negative impacts such as traffic jams and environmental pollution. The analysis also identifies barriers such as infrastructure bottlenecks, political blockages, and lack of data standards that hinder the reactivation of railway lines. Despite efforts by political and civil society actors, many reactivation efforts remain in the feasibility stage. There is a lack of a cross-border structural policy framework and institutionalized decision making structures at the regional level. The study suggests strengthening the action options of border regions and promoting citizen participation to develop pragmatic solutions for reactivating railway lines. The study highlights that the reactivation of cross-border railway connections can contribute to the sustainable integration of border regions and strengthening regional identity. It identifies areas for further research, including data standardization, the development of governance models, and the continuation of spatially delimited case studies.
