Böhmische Meister der Glaskunst im Ausland

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Date
1984
Volume
57
Issue
Journal
Glastechnische Berichte
Series Titel
Book Title
Publisher
Offenbach : Verlag der Deutschen Glastechnischen Gesellschaft
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Abstract

Die Weltgeltung böhmischen Glases im 18. und 19. Jahrhundert beruhte auf seiner Qualität und dem vielfältigen Dekor sowie auf einem mit erstaunlichem Unternehmungsgeist betriebenen Handel. Einen nicht geringen Anteil an der Verbreitung von Glaserzeugnissen „à la bohême" hatten aber auch die zeitweise oder auf Dauer ausgewanderten Glasmacher und Glasveredler, die in fast allen Ländern des Kontinents, aber auch im Türkischen Reich und in Nordamerika anzutreffen waren und Einfluß auf die Glasproduktion dieser Gebiete nahmen. Mit diesem Beitrag wird zum ersten Mal der Versuch unternommen, die Wanderbewegung der deutsch-böhmischen Meister der Glaskunst geschlossen darzustellen. Der Verfasser nennt eine ganze Anzahl von Glasmachern und Glasgraveuren, die in der Geschichte der Glaskunst einen bedeutenden Rang einnehmen: J. J. Mildner und Franz Gottstein in Gutenbrunn/Österreich, Hieronymus Hackel, der „Meister der aufgehenden Sonne" in Cilli/Südsteiermark, Martin Friedrich in Grimnitz/Brandenburg, Franz Paul Zach und Karl Günther in München, Karl Pfohl in Frankreich, Georg Franz Kreybich und Anton Böhm in England. Es wird dargestellt, mit welchen Mitteln die Wiener Kaiserliche und die Prager Königliche Regierung die Auswanderung von Glasfachleuten aus Nord- und Südböhmen zu verhindern versuchten, um die vor allem gegen die venezianische Konkurrenz errungene Dominanz böhmischer Glaserzeugnise auf den europäischen Märkten zu sichern. Ein Stück Kunst- und Wirtschaftsgeschichte wird am Beispiel der Glaskunst und einiger ihrer hervorragendsten Vertreter veranschaulicht.

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CC BY 3.0 DE