COMPARE P3: Risikobewertung bei Kindern psychisch kranker Eltern - Transmissionswege zwischen mütterlichen peripartalen Depressionen und komorbiden Angststörungen und der kindlichen sozio-emotionalen und kognitiven Entwicklung (TP3)

Schlussbericht zu Nr. 3.2 BNBest-BMBF 98

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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Das COMPARE-Projekt, gestartet im Jahr 2017, untersucht die Auswirkungen der Psychopathologie von Müttern (Depression und Depression komorbid mit Angst) während der Peripartalzeit auf die Entwicklung der Kinder bis zum zweiten Lebensjahr. Die Studie analysiert dafür Eltern-Kind-Interaktionen, Paar-Interaktionen und die Stressreaktivität der Kinder als mögliche Übertragungswege psychopathologischer Einflüsse. Dabei werden spezifische Effekte von Depressionen und Angststörungen der Mütter auf soziale und kognitive Aspekte der Kindesentwicklung untersucht. Die Studie zielt darauf ab, Erkenntnisse für präventive und interventionelle Maßnahmen zu gewinnen. Die geprüften Zusammenhänge umfassen: • Die prädiktive Rolle maternaler Psychopathologie, Stressreaktivität des Kindes und Eltern-Kind-Interaktionen mit 3-4 Monaten für die sozio-emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes mit 24 Monaten. • Den stärker negativen Einfluss komorbider Depressionen und Angststörungen im Vergleich zu reinen Depressionen auf die Entwicklung des Kindes mit 12, 18 und 24 Monaten. • Die Vermittlungseffekte von Eltern-Kind-Interaktionen und kindlicher Stressreaktivität im Alter von 12 Monaten zwischen maternaler Psychopathologie mit 3-4 Monaten und der Kindesentwicklung mit 24 Monaten. Die Studie begann im Oktober 2017 und endete ursprünglich im September 2021. Aufgrund u.a. von COVID-19-bedingten Einschränkungen wurden Anpassungen vorgenommen, und es fand eine Laufzeitverlängerung bis 31.September 2023 statt. Die Teilnehmeranzahl der beiden klinischen Gruppen erreichte zwar nicht das geplant Ziel (N = 174), jedoch wurden bedeutende Daten für die Auswertung gesammelt. Es ist zu beachten, dass einige Teilnehmer:innen aufgrund der COVID-19-Pandemie aus der Studie ausgeschieden sind, und Anpassungen an den Studienablauf (z.B. Verlängerung, Online-Studie…) vorgenommen wurden, um Datenverlust zu minimieren. Einflüsse maternaler Depressionen und Angststörungen auf die Entwicklung der Kinder sowie mögliche Mediationswege werden noch genauer analysiert, sobald die Daten von T3 und T4 im August diesen Jahres abgeschlossen werden. Die bisherigen Analysen basieren auf Daten des ersten Messzeitpunkts, wobei v.a. der Zusammenhang zwischen maternalem Bonding, Temperament des Kindes und depressiven Symptomen der Mutter bereits näher betrachtet wurde. Es muss darauf hingewiesen werden, dass die Datenanalyse für die späteren Messzeitpunkte noch aussteht, und daher keine endgültigen Schlussfolgerungen gezogen werden können. Basierend auf Daten vom ersten Messzeitpunkt werden signifikante negative Korrelationen BMBF-Vordr. 3831/03.07_2 zwischen dem Temperament der Kinder und der maternale Depressionssymptomatik, maternalen Angstsymptomatik und dem maternalem Bonding aufgezeigt. Gruppenunterschiede zwischen den Mutter-Kind-Gruppen (Kontrollgruppe (KG), Klinische Gruppe – postpartale Depression (PD), Klinische Gruppe – postpartale Depression komorbid mit Angst (PDKA)) werden mittels Analysis of Variance (ANOVA) festgestellt, wobei die PDKA-Gruppe niedrigere Werte bei den Selbstregulationsfähigkeiten und ein schlechteres maternales Bonding aufweist. Die Qualität der Mutter-Kind-Interaktion wird mithilfe des Face-to-Face-Still-Face Paradigmas analysiert. Herzratenvariabilität (HRV) dient als Maß für die autonome Kontrolle des Herzens. Eine ANOVA mit Messwiederholung ergab signifikante Unterschiede in den Inter-Beat-Intervall der Mütter zwischen den Phasen (Spielphase (SP) < Still-Face-Phase (SFP) < Wiedervereinigungsphase (WVP) > SP). Es wurden jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt. Bei den Säuglingen zeigte sich ebenfalls ein signifikanter Unterschied zwischen den Phasen (SP > SFP, SP > WVP), aber keine signifikanten Gruppenunterschiede. Weitere Untersuchungen beziehen sich auf die Coding Interactive Behavior (CIB) Composites und die Interaktion während des Face-to-Face-Still-Face Paradigmas. Die Ergebnisse zeigten signifikante Korrelationen zwischen den IBI des Säuglings und den CIB Composites in verschiedenen Face-to-Face-Still-Face Paradigmas -Phasen. Interessanterweise wurden auch Korrelationen zwischen den Inter-Beat-Interval des Säuglings und den CIB Composites sowie den dyadischen Composites festgestellt. In Bezug auf die CIB Composites wurde festgestellt, dass es signifikante Unterschiede in den Sensitivity- und Reciprocity-Composites zwischen den Gruppen gab. Die Kontrollgruppe unterschied sich von der Gruppe mit postpartaler Depression (PD) in beiden Composites. Für andere Composites ergaben sich keine signifikanten Gruppenunterschiede. Im Rahmen der COVID-19-Pandemie wurde eine Online-Studie implementiert. Diese Studie befasst sich mit psychischen Belastungen von Eltern und ihren Kindern sowie möglichen langfristigen Auswirkungen. Die Studie bietet Einblicke in die Belastungen von Familien während der Pandemie und zeigt mögliche Wechselwirkungen zwischen elterlichem Stress, Partnerschaftszufriedenheit und der emotionalen Bindung zum Kind auf. Eine Folgeerhebung des Projekts widmet sich dem Einfluss der Mutter-Kind-Interaktion auf die Entwicklung des aktiven Selbst von Kindern. Die Ergebnisse sollen in zukünftigen wissenschaftlichen Publikationen und Präsentationen veröffentlicht werden. Zudem sollen mithilfe der Ergebnisse Präventions- und Interventionsmaßnahmen (weiter-)entwickelt werden.

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