Bedeutung von DCM für die finanzielle und unternehmerische Steuerung der DB InfraGO AG ("Kapazitätsrendite im Sinne der Gemeinwohlorientierung")
Date
Editor
Advisor
Volume
Issue
Journal
Series Titel
Book Title
Publisher
Supplementary Material
Other Versions
Link to publishers' Version
Abstract
Der vorliegende Abschlussbericht befasst sich mit der Konzeption, Entwicklung und praktischen An wendbarkeit der „Kapazitätsrendite“ als steuerungsrelevante Kennzahl zur Bewertung der Nutzung und Leistungsfähigkeit von Eisenbahninfrastruktur. Der Bericht erweitert den Betrachtungsumfang des Forschungsvorhabens „Digitalisierung im Kapazitätsmanagement (DCM) des Gesamtsystems Schiene“, das im Auftrag des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn Bundesamt (DZSF) durchgeführt wird. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich der Mittelein satz für Infrastrukturmaßnahmen besser mit deren tatsächlicher Wirkung auf das Verkehrsangebot verknüpfen lässt. Die Kapazitätsrendite bildet hierfür eine zentrale Bewertungsgröße: Sie stellt das Verhältnis zwischen aufgewendeten Bundesmitteln einerseits und bereitgestellter Infrastrukturka pazität sowie erbrachter Verkehrsleistung andererseits her und erlaubt so eine differenzierte Analyse von Auslastung, Effizienz und Zielerreichung. Ein besonderer Fokus liegt auf der Anschlussfähigkeit der Kapazitätsrendite an ein Digitales Kapazi tätsmanagement (DCM), das künftig als technisches und methodisches Rückgrat für eine kapazitäts orientierte Steuerung der DB InfraGO AG dienen soll. Im Rahmen des Projekts wurden sowohl kon zeptionelle Grundlagen als auch praktische Anwendungsszenarien entwickelt und anhand konkreter Datenbeispiele geprüft. Aufbauend auf einer systematischen Literaturrecherche wurden für die Di mensionen „Kapazität“ sowie „Qualität und Kundenorientierung“ durch das Eisenbahninfrastruktu runternehmen (EIU) beeinflussbare Kennzahlen identifiziert, welche eine aussagekräftige Bewertung im Rahmen einer ganzheitlichen Steuerung ermöglichen würden (vgl. Abbildung 1). Der Bericht wird durch eine systematische qualitative Erhebung unter Experten und Expertinnen aus Ministerien, Unternehmen, Behörden und Verbänden ergänzt. Abgefragt wurden deren Einschätzun gen zur Umsetzbarkeit, Wirksamkeit und Anschlussfähigkeit des Konzepts. Die Untersuchung zeigt, dass bei der Zuwendung künftiger Bundesmittel Leistungsvereinbarungen getroffen werden sollten, welche die Kapazitätsrendite in den Vordergrund stellen und sich dabei des abgestimmten und harmonisierten Kennzahlensets bedienen. Leistungsvereinbarungen erfahren somit eine Weiterentwicklung von der Input-Orientierung der bisherigen Programme zu einer Out put-Orientierung. Der Mittelgeber Bund legt damit nicht mehr nur fest, was mit den Mitteln umge setzt werden soll. Vielmehr legt er fest, was mit den Mitteln erreicht werden soll. Das DCM befähigt den Bund und die DB InfraGO AG, den Output hinsichtlich Kapazität, Qualität sowie Kundenzufrie denheit zu messen und im Verhältnis zu den verfügbaren Mittel optimal zu steuern.
