Programmierende Effekte von Stress in der Kindheit auf das lebenslange Krankheitsrisiko; Teilprojekte 1-6
Schlussbericht
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Abstract
Frühe stressreiche oder traumatische Erfahrungen, wie kindlicher Missbrauch, Misshandlung oder Vernachlässigung, sind mit einem lebenslang erhöhten Risiko für ein breites Spektrum psychischer und körperlicher Erkrankungen assoziiert. Die präzisen biologischen Mechanismen, die der durch frühen Stress programmierten Vulnerabilität für Erkrankungen zugrunde liegen, sind weitestgehend unbekannt. Dementsprechend existieren bislang keine Interventionsstrategien, welche direkt an den beteiligten Mechanismen ansetzen, um das Erkrankungsrisiko zu mildern oder zu verhindern. Im Rahmen der Richtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur Förderung von Forschungsverbünden zur Kinder- und Jugendgesundheit in der Förderinitiative “Gesund - ein Leben lang” wurde das Verbundprojekt eingeworben (Kids2Health, 01GL1743A, B und C). Ziel des Kids2Health-Projekts ist es, die genauen Mechanismen der biologischen Programmierung des erhöhten Erkrankungsrisikos nach frühem Stress aufzudecken sowie neue Ansatzpunkte für Therapien zu finden, die die Chance belasteter Kinder auf ein gesundes Leben verbessern. In verschiedenen Gruppen von Kindern (Kinder mit Misshandlungserfahrungen, Kinder mit Fluchterfahrungen, Kinder, deren Mütter in ihrer Kindheit misshandelt wurden) wurde der Einfluss von frühen Stresserfahrungen auf endokrine und autonome Systeme, das Immunsystem, den Stoffwechsel und die Hirnentwicklung über die Zeit hinweg untersucht. Dabei wurden psychobiologische Maße sowie bildgebende Verfahren zur Messung der Hirnentwicklung etabliert. Nach der Anpassung des Studiendesigns am 31.07.2021 in Folge der COVID19-Pandemie wurde die Rekrutierungsziele erreicht. Gemäß den Zielen bestätigen unsere Ergebnisse, dass frühe Stresserfahrungen sowohl mit psychischer als auch körperlicher Gesundheit der Kinder zusammenhängen. Über die Kohorten hinweg zeigen vorläufige Analysen außerdem, dass frühe Stresserfahrungen mit Veränderungen in immunologischen und metabolischen Parametern, in der strukturellen und funktionellen Hirnentwicklung, sowie den neurokognitiven Funktionen aufweisen. Erste Ergebnisse haben wir 2024 im "Journal of Child Psychology and Psychiatry" (IF: 8.265) veröffentlicht, weitere Publikationen werden sind in der Vorbereitung.
