Guttrolfe, Formgebung und Herstellungstechnik
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Abstract
In der Frühzeit der Hohlglasfertigung (Syrien) sind Guttrolfe oder guttrolf-ähnliche Glasgefäße (Flaschen) nachweisbar. Die Herstellungstechnik der antiken Guttrolfe wurde in der Blütezeit der römischen Glaskunst (3. und 4. Jahrhundert) von dort übernommen und weiter entwickelt. Es handelt sich um eine verlorengegangene Blas-Saug-Technik, die auch für die Herstellung der im Mittelalter aufkommenden Angster-Guttrolfe in Frage kommt. Angster sind demnach Vorläufer einer Glasverarbeitungstechnik, die zunächst in Glashütten gehandhabt worden ist. Der Begriff des Guttrolfs wird erklärt und für das Gebiet des Spessarts auf die doppelkonische Flasche ausgedehnt. Es werden einröhrige, zwei-, vier- und fünfzügige Angster-Guttrolfe untersucht, ihre Formgebung behandelt und die einzelnen Techniken für die mögliche Herstellung beschrieben und in Bildern gezeigt. Auch Apparate der Guttrolf-Technik werden hierbei behandelt. Die in den verschiedenen Entwicklungsperioden benutzten Formen werden kritisch untersucht und eine Oberflächengestaltung des Flaschenkörpers behandelt. Insbesondere in Skandinavien noch gefertigte Gluck- oder Klunkflaschen können als Nachfolger der antiken und mittelalterlichen Angster-Guttrolf-Flaschen angesehen werden.