Zur Beschreibung von Glaszuständen durch fiktive Temperaturen
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Als Systeme im Ungleichgewicht sind Gläser durch zwei Zustandsvariable - etwa Temperatur und Druck - nicht vollständig beschrieben. Als zusätzliche Parameter zur Charakterisierung von Glaszuständen führte Tool die sogenannte "fiktive Temperatur" ein. Die physikalische und strukturelle Bedeutung dieser Größe wird diskutiert und ihre allgemeine Definition über "Konfigurationsparameter" angegeben. - Es zeigt sich, dass auch für die einfachsten Gläser ein Satz von zwei Fiktivtemperaturen benötigt wird, von denen die eine die "Glasigkeit" des Systems (Abweichung von kristalliner Ordnung), die andere seine Stellung in der Skala Netzwerkglas/Kristallitglas beschreibt. Im Mehrkomponentenglas können weitere Fiktivtemperaturen hinzutreten. - Im Rahmen des Fehlordnungsmodells der Glaszustände sind die Fiktivtemperaturen als "Frenkel-Temperatur" (Defektkonzentration) und "Cluster-Temperatur" (Defektverteilung) zu deuten.