Locust-Tec - Einführung innovativer und umweltschonender Technologien für das Heuschrecken-Management in Kasachstan

CLIENT II-Verbundprojekt Landmanagement - Schlussbericht

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Hannover : Technische Informationsbibliothek

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In verschiedenen Regionen der Welt sind Heuschreckenausbrüche und -plagen schon immer eine ernste Bedrohung für die Landwirtschaft, die Ernährungssicherheit und die Umwelt gewesen. In Zentralasien, dem Kaukasus, Südeuropa und Südamerika gab es auch in den letzten Jahren zahlreiche lokale und überregionale Heuschreckenausbrüche verschiedener Heuschreckenarten, in Ostafrika gar eine Plage der Wüstenheuschrecke (2019-2021). Zunehmend heiße und längere Dürrezeiten in temperierten Klimazonen und häufigere außergewöhnliche Starkniederschläge in Wüstengebieten – bedingt auch durch den Klimawandel – begünstigen die Ausbrüche ebenso wie eine Änderung der Landnutzung in den Habitaten der Heuschrecken. Abgesehen von der direkten Bedrohung der Ernährungssicherheit durch Heuschrecken, ist deren Bekämpfung meist mit großräumigem Einsatz giftiger Chemikalien verbunden. Zur Verbesserung dieser Situation hat das deutsch-kasachische Projekt Locust-Tec in der BMBF-Fördermaßnahme CLIENT-II innovative Technologien zur Überwachung und zur Vorhersage von Heuschreckenausbrüchen in Kasachstan entwickelt und erprobt. Kasachstan, mit insgesamt drei gefährlichen Heuschreckenarten (Calliptamus italicus, Dociostaurus maroccanus, Locusta migratoria migratoria), die durchgehend beobachtet und kontrolliert werden müssen, hat zum einen jahrzehntelange Erfahrung und starke Expertise auf dem Gebiet des Heuschreckenmanagements. Zum anderen gibt es aufgrund der riesigen zu überwachenden Flächen auch viel Potential zur Einführung von neuen Technologien (z.B. im Bereich der Digitalisierung, Anwendung von Satelliten- und Geoinformationsdaten und Reduzierung der Pestizideinsätze). Mit Hilfe von Satellitendaten und Geoinformationsdaten konnten die Habitate der untersuchten Heuschreckenarten räumlich mit besserem Detailierungsgrad modelliert werden. Eine solche, auf eine bestimmte Spezies ausgerichtete Kartierung mit hoher räumlicher Auflösung, ermöglicht eine verbesserte Priorisierung und Planung beim regelmäßigen Monitoring zur präventiven Bekämpfung und Identifizierung wahrscheinlicher Ausbruchshotspots. Des Weiteren kann die entwickelte Locust-Tec Fachschale innerhalb der SUN Mobil App und SUN Mobil Web als digitaler Ersatz für aktuell im Einsatz benutzte analoge Feldprotokolle eingesetzt werden. Die Felddaten können nun digital überprüft, abgezeichnet und weitergeleitet werden, sodass eine rasche Bekämpfung betroffener Flächen rechtzeitig stattfinden kann, um die zu behandelten Flächen zu reduzieren und somit einen geringeren Einsatz von Pestiziden zu ermöglichen. Die Erkennung von Heuschreckenakkumulationen und Vegetationsschäden mit Hilfe einer Drohne waren im Süden Kasachstans möglich. Die Entwicklung und Versuche mit dem Hochspannungsgitter haben gezeigt, dass das Konzept unter Realbedingungen und damit verbundener hoher Populationsdichte der Heuschrecken nur zum Teil funktioniert. Aufgrund der sehr hohen Anzahl an Heuschrecken während der gregären Entwicklungsphasen der Nymphen (präventive Kontrolle) bzw. während einer Plage, konnten am Hochspannungsgitter getestete Materialen nicht über längere Zeit den Massen standhalten. Die entwickelten Technologien aus dem Locust-Tec Projekt können skaliert und in anderen Regionen angewendet werden. Auf diese Weise hat das Projekt und dessen Ergebnisse das Potenzial, auch einen wichtigen Beitrag zur weltweiten Ernährungssicherheit (SDG 2) sowie zum Schutz lokaler Ökosysteme (SDG 15) zu leisten. Darüber hinaus leistet das Projekt auch indirekt einen Beitrag zu SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“ sowie zu SDG 12 „Nachhaltige/r Konsum und Produktion“ und SDG 17 „Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“. Ein Video gibt eine übersichtliche Zusammenfassung über das Locust-Tec Projekt (Stand Ende 2022): https://www.youtube.com/watch?v=sh1p4pq2S84&t=8s

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